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Macht der Verführung in Otfried Preußlers Meisterwerk „Krabat“  

Noch eine Woche Proben, bevor sich am Samstag, 25. 4., der Vorhang im „freche hus“ für Preußlers „Krabat“ hebt. Thomas Geiss und 16 junge Erwachsene proben mit Regisseur Carsten Dittrich seit Monate. Es geht ihnen vor allem darum, die Zeitlosigkeit der Gefühle und Sorgen der Protagonisten deutlich zu machen. Es sind keine seltsam anmutenden historischen Figuren, sondern junge Menschen, mit denen man sich heute noch identifizieren kann: „Große Teile des Textes wurden zunächst von den Spielern improvisiert und erst dann schriftlich festgelegt.“(Dittrich).

„Gedenke, dass ich der Meister bin“: Thomas Geiss als charismatischer Meister, der den Machtkampf zwischen Schüler Krabat (Paul Vollmer) und Meister verliert.


Otfried Preußlers Roman erzählt die Geschichte des Waisenjungen Krabat, der an einer Mühle als Lehrling eingestellt wird. Bald erfährt Krabat, dass er sich auf einer Schwarzen Schule befindet, auf der die „Kunst der Künste“ gelehrt wird. Anfangs ist er fasziniert von der Schwarzen Magie, doch bald lernt er, dass dafür ein furchtbarer Preis gezahlt werden muss: Die Gesellen sind Häftlinge des Meisters geworden, die Mühle ist ihr Gefängnis, ein menschenverachtender Ort, an dem schreckliche Dinge geschehen. Doch im Gegensatz zu den anderen Mühlknappen ist Krabat nicht dazu bereit, die Verbrechen auf der Mühle zu verdrängen, über sie hinwegzusehen. Durch die Liebe zu einem Mädchen – und ihre Liebe zu ihm – kann Krabat schließlich sich und seine Mitgesellen befreien.
Dittrich verwandelt Preußlers Geschichte einfühlsam in ein Theaterstück, das eindrücklich die Essenz des Romans herausarbeitet.

Um den Kosmos Krabats auf die Bühne zu bringen, bedarf es natürlich auch der passenden Ausstattung. Arthur Hilberer  hat die Bühnenwelt geschaffen, Gerti Redick mit Lydia Brüstle und Annika  Bienek sind für die Kostüme zuständig. Und nicht zuletzt trägt die Musik – Gesang: Anja Bittner- dazu bei, „Krabat“lebendig werden zu lassen.
„Als Vorlage für meinen Krabat habe ich eine alte sorbische Volkserzählung verwendet, die ich bereits als Kind kennen gelernt hatte und wie alle richtigen Volkssgen ist auch diese Sage zeitlich und geografisch lokalisiert“, schrieb Preußler. Zehn Jahre arbeitete er an dem Buch und sah sie als seine Geschichte: „Es ist die Geschichte meiner Generation, und es ist die Geschichte aller jungen Leute, die mit der Macht und ihren Verlockungen in Berührung kommen und sich darin verstricken. Da gibt es nur einen Ausweg: den festen Willen, sich davon freizumachen und die Hilfe von treuen Freunden und jene Kraft, die einem aus der Kraft der Liebe zuwächst.“

Besonderen Wert legt der Regisseur auf Licht: Neben den Schauspielern gibt es Schattensequenzen, sowohl von Spielern wie von Schattenfiguren, die für die Inszenierung von dem Dresdner Künstler Mathias Hänsel gefertigt wurden. Das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen überließ Dittrich Texte und Noten von sorbischen Volksliedern, die gesungen wie getanzt werden.

Premiere ist am Samstag, 25.4.(ausverkauft), weitere Aufführungen sind am 26. und 30. April, am 7., 8., 9. und 13. Mai, jeweils um 20.00 Uhr, im „freche hus“, Oberkirch. Karten sind ab sofort erhältlich:

Bürgerbüro der Stadt Oberkirch Tel. 07802/82700,  www.ortenaukultur.de und der Telefonhotline 0800 911 811 711, bei allen Geschäftsstellen der Mittelbadischen Presse.

Text und Foto: Johanna Graupe

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