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Grenzenlose Freundschaft - 54 Oberkircher besuchten im Rahmen der Bürgerfahrt die walisische Partnerstadt  

Ein dichtes Programm und überwältigende walisische Gastfreundschaft erwartete die erwachsenen Besucher in Gastfamilien und die 34 Schüler aus RSO und HFG, die mit Lehrern gemeinsam in der Jugendherberge Broad Haven – direkt am Meer- wohnten.


Oberkircher Gruppe: 54 Oberkircher genossen ein umfangreiches Programm in der walisischen Partnerstadt.

Die Begrüßung bei strömendem Regen nach langer Fahrt ließ das perfekte Wetter der nächsten Tage noch nicht erahnen- die Begrüßung, die Herzlichkeit der Waliser, die auch Verspätung mit Gelassenheit, Geduld und Tee tragen, schon - und sie servierten ein tolles Programm für die nächsten Tage. St. David’s, Ausgangspunkt der Christianisierung und späterer Bischofssitz in engem Kontakt zum nahegelegenen Irland, die größte und beeindruckendste Kirche in normannischem Stil in Großbritannien, war am nächsten Tag der Ausgangspunkt einer Küstenwanderung bei schönstem Wetter, begleitet von einem Ranger, der den deutschen Umweltschutz als „bespielgebend für GB“ sieht. 


Die beiden Begleitlehrer der RSO Evi Dalichow und Stefan Kowalsky bei der Küstenwanderung


Zurück an der Jugendherberge reichte es noch für ein kurzes Bad im Meer, bevor der Abendtermin auf dem Programm stand.

Das District Council (Landratsamt) förderte einen Abend von Oberkircher Jugendlichen mit Jugendlichen aus Haverfordwest und Milford Haven im dortigen Jugendzentrum mit gemeinsamem Essen und sportlichen Spielen, organisiert von den dortigen Sozialarbeitern.


Herzlich willkommen war die Schülergruppe im Jugendzentrum von Milford Haven


Serviert wurde "Welsh Cawl" - ein typischer Gemüseeintopf


Anschließend gab es ein Rugby Turnier mit gemischten Teams aus deutschen und walisischen Jugendlichen.

St. Fagans, Freilicht-Nationalmuseum in der Nähe der Hauptstadt Cardiff war das erste Ziel am Donnerstag: Man kann vom keltischen Dorf bis zum Haus der Zukunft alle Epochen des walisischen Lebens vor allem anhand der Architektur und Einrichtung nachvollziehen. Aus allen Teilen des Landes wurden Gebäude hergeschafft. Die ausgesprochen attraktive Innenstadt mit riesigem Schloss, einem interessanten Nationalmuseum und einem neuen Hafenviertel war am Nachmittag angesagt.

Freitag war Schultag: Als „erste europäische Besucher“ kamen die Oberkircher in die neu formierte Schule „Haverfordwest High“, die im Moment noch aus zwei Gebäuden an unterschiedlichen Orten besteht und bis in vier Jahren ein komplett neues Gebäude haben soll. Die Abi-Klassen sollten zunächst dem College zugeschlagen werden, die Aktion scheiterte aber am erbitterten Protest der Schüler, Eltern und Lehrer. Mit viel Engagement und Improvisation unterrichten die Lehrkräfte in ihren Fachräumen- die Oberkircher erlebten eine tolle Musikband und großartige Sängerinnen der Schule – gerade im Bereich Musik, Kunst, Theater sähen die Lehrkräfte eine Möglichkeit des gegenseitigen Besuchs.


Empfang in der "Great Hall" der "Haverfordwest High VC School"


Die Delegation aus Oberkirch überbrachte Rektorin Jane Harries Grüße in Form eines Weinpräsents.

Die Besucher erlebten in Gruppen mit „Guides“ den Schulalltag, nahmen auch am Drama-Unterricht teil. Ein Austausch wird doch wohl nicht zustande kommen, obwohl nach dem Besuch etliche Einträge auf Facebook mit dem Wunsch, Deutsch zu lernen, erschienen – abschreckend ist die Überprüfung von potentiellen Gasteltern durch eine Kommission bei einem offiziellen Schüleraustausch.

Die deutsche Schülergruppe aus Schülern der RSO und des HFG

Die neue Bürgermeisterin empfing die Oberkircher zu einem Mittagsbuffet im Picton Centre und erklärte den Schülern im Anschluss Funktion und Aufgaben des Bürgermeisters und Sheriffs, führte sie durchs Rathaus, das aus allen Nähten platzt und ebenfalls erneuert werden soll.

Im Ratssaal der Stadt mit der Bürgermeisterin Haverfordwests in der Mitte

Offizielles war am Abend angesagt – und immer in großem Ornat mit Ketten und sämtlichen Insignien der Amtsträger, aber immer in lockerer Atmosphäre und von großer Herzlichkeit geprägt, wie die vielen persönlichen Begegnungen und Gespräche, begeistert über die vielen direkten, zum Teil schon jahrelangen Kontakte: Alle Oberkircher wollten privat wohnen oder hatten schon private Kontakte. Johanna Graupe, Vorsitzende des Partnerschaftskomittees, überbrachte die Grüße der Stadt und als Dankeschön-Weinpräsente, die Schüler aus RSO und HFG mit den begleitenden Lehrkräften Evi Dalichow und Stefan Kowalsky, die den Kontakt der Schulen halten wollen, gewannen die Herzen der Waliser im Nu mit einem „Klopfkonzert“ und als sie sich bei den Tänzen der walisischen Clancleddau Dancers – den „Urvätern“ der Partnerschaft- sofort einklinkten und mit Jung und Alt die Runden drehten. Dass der Chef der Tänzer, Derek Griffith, mit dem sie sich blendend verstanden, auch gleich der Kontakt zur Jugendherberge war und auf „Twinning mit jungen Menschen“ setzt, machte ihren Aufenthalt direkt am Meer noch angenehmer: „Sie können stolz auf Ihre Jugendlichen sein, sie waren exzellente Botschafter.“ Sowohl Griffith wie die Oberkircher Lehrkräfte setzen vor allem auf die Jugend, die die Beziehung „stärken und erhalten“ soll.

Das Twinning Committee zeigte großen Einsatz bei der Organisation und Gestaltung des Aufenthalts

Die Oberkircher Jugendlichen zierten sich nicht bei den walisischen Volkstänzen mit einzusteigen.

„Charming“ Tenby, das viktorianische Seebad mit dem pittoresken Stadtbild und engen Gässchen, lud bei bestem Wetter zum Besichtigen ein.


Malerisches Tenby

Die Bewegung „Pembrokeshire for Europe“, im vergangenen Juli gegründet, warnt vor den Auswirkungen des Brexit: Verlust von Arbeitskräften, EU-Unterstützung gerade in Wales, im Bereich Bildung, Wirtschaft, Landwirtschaft, die Insel Anglesey möchte eine offene Grenze zu Irland.

In Tenby war ein Info-Stand der Pro EU Bewegung, deren Aktivisten sich über die vielen Oberkircher freuten und mit ihnen ins Gespräch kamen.  Nicht alle Passanten waren so überzeugend pro-europäisch wie das „Brexitometer“ zeigt  - ein älterer Waliser murmelte „idiots, idiots, idiots“, als er am Info-Stand vorbei ging.



Die Stimmung wendet sich gegen den Brexit ohne Plan.



South Beach Tenby

Nach Abschlussgrillfest und Zusammensein mit Gastgebern in der Jugendherberge am Meer in Broad Haven, ging es auf die Heimreise: Größter Einsatz des Komitees, das die fünftägige Begegnung über Wochen geplant und auch finanziert hat, stand dahinter - mit dem Versprechen: „See you again in August“ beim Weinfest.

Text: Johanna Graupe   Fotos: Stefan Kowalsky und Johanna Graupe

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