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Abschlussfahrt der Kletter AG in die Lechtaler Alpen  

Das intensive Training in der DAV-Kletterhalle Offenburg und an der neuen Kletterwand in der Sporthalle sowie an der Außenkletterwand am Gymnasium in Oberkirch sollte sich ausbezahlen. Die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft Klettern unter der Leitung von Johannes Baßler, Stefan Kowalsky und Manfred Peter unternahmen den Abschluss auf die Steinseehütte.

Aufi goats

Früh morgens starteten fünfzehn junge Bergsteigerinnen und Bergsteiger mit ihren drei Betreuern in Richtung Österreich. Nach einer mehrstündigen Autofahrt und der Überquerung des Arlbergpasses erreichte die Gruppe gegen Mittag die Alfuzalpe (1280m) oberhalb von Zams. Von nun an ging es zu Fuß und mit vollbepacktem Rucksack entlang eines Gebirgsbachs bis zur Weggabelung Hinterstark (1621m). An dieser Gabelung führte der Weg in vielen Serpentinen steil hinauf auf die Steinseehütte (2061m). Von der Terrasse der Hütte aus genoss die Gruppe völlig erschöpft, aber überglücklich den Aufstieg geschafft zu haben, das Alpenpanorama.


"Erste Schritte" der Gruppe - im Hintergrund das Klettergebiet mit "Spiehler Turm" und "Langer Kante"

Bei herrlichem Sonnenschein und warmen Temperaturen wiederholte der Bergführer Toni Schranz mit der Gruppe die elementaren Dinge des alpinen Kletterns wie zum Beispiel die Seilkommandos und das Abseilen. Am Nachmittag wurden die geübten Inhalte in einem Klettergarten in die Praxis umgesetzt.

Am nächsten Tag war Gipfeltag. Da fünfzehn Kletterer in einer alpinen Route ein erhöhtes Risiko darstellen, wurde die Gruppe geteilt. Die erste Gruppe machte sich mit dem Bergführer Toni und zwei Betreuern auf den Weg. Nach dem Aufstieg und einer Überquerung einer steilen Firnflanke erreichte man den Einstieg des Spiehlerturms. In drei Seilschaften à 2 bis 3 Kletterer pro Seilschaft starteten die Gipfelstürmer in die Tour. Sieben Seillängen mussten absolviert werden, wobei die Schlüsselstelle einen Schwierigkeitsgrad von IV- aufweist. Die zweite Gruppe unternahm eine kleine Wanderung auf dem Europäischen Fernwanderweg E5 mit herrlichen Ausblicken bis in die Ötztaler Alpen bevor sie in eine andere Klettertour, in die "Lange Kante", einstieg.


Felix erklimmt den Gipfel


Anton, Felix, Nele, Alena und Leonie am Gipfelkreuz (von links)

Am vorletzten Tag wurden die Rollen getauscht und die zweite Gruppe kletterte auf den Spiehlerturm und die erste Gruppe kletterte über die Lange Kante. Nachdem alle die Gipfel bestiegen hatten, war die Freude groß, als der ein oder andere ein Bad im nahegelegenen Steinsee unternahm.


Die mutigen Schwimmerinnen aus Gruppe 1...
 

...und aus Gruppe2

Der letzte Morgen auf der Hütte bestand aus Frühstück und Rucksack packen ehe die zwölf Mädchen und drei Jungen mit ihren Betreuern den Abstieg antraten.  Bei der Alfuzalpe angekommen, stand nur noch die Rückfahrt nach Oberkirch auf dem Programm.

Zum Abschluss sprachen wir mit unserem Bergführer Toni Schranz:



Seit wann betreiben Sie die Kletterei?

Toni Schranz: So mit 16 Jahren habe ich damit begonnen. Heute bin ich 63, also seit nunmehr 47 Jahren.

Warum sind Sie Bergführer geworden?

In jungen Jahren habe ich selbst einen Bergführer gehabt, er hat mir alles gezeigt und dadurch habe ich bei ihm klettern gelernt. Das hat mir sehr imponiert, sodass ich mit 25 Jahren selbst die Ausbildung zum Bergführer gemacht habe.

Wie kam der Kontakt mit der RSO zustande?

Thomas Geiss (der Gründer der Kletter-AG) kam einmal privat auf die Steinseehütte und kam mit dem damaligen Hüttenwirt ins Gespräch. Er erzählte, dass es an seiner Schule eine Klettergruppe gäbe und dass er mit den Schülern gern in den Alpen klettern gehen würde, er aber nicht wüsste, ob und wie das zu machen sei. Da sagte Karl der Hüttenwirt, dass er da schon jemand wüsste, der sowas machen könnte und so stellte er den Kontakt zu mir her.
2002 kam dann die erste Klettergruppe herauf, zunächst mit Thomas Geiss und dem ehemaligen Schulleiter Klaus Lienert. Später mit dem Konrektor Jochen Klingenmeier.

Was haben Sie in den nächsten Jahren vor?

Ich habe mir vorgenommen, in meinen alten Tagen die Dinge zu tun, für die ich bisher keine Zeit oder keine Lust gehabt habe, zum Beispiel von Hütte zu Hütte zu gehen. Manchmal fragen mich die Leute, wie der Weg von der Steinseehütte zur Nachbarhütte ist - das konnte ich bisher nie beantworten, weilich den Weg selbst nie gegangen bin.

Werden Sie auch in Zukunft die Klettergruppen der RSO führen?

So lange es geht und die Gesundheit mitmacht.


Text: Johannes Baßler       Interview: Stefan Kowalsky      Fotos: Manfred Peter und Stefan Kowalsky

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