Die Junge Bühne feiert am 16. Juli Premiere mit dem Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler
Oberkirch (Gj). Eine kleine Hexe mit einem großen Traum: Einmal mit den anderen Hexen in der Walpurgisnacht auf der Hornisgrinde tanzen. Doch mit ihren 127 Jahren ist sie dafür eigentlich noch viel zu jung. Die Oberhexe (Birgit Hellrung) gibt ihr ein Jahr Zeit, eine gute Hexe zu werden, dann darf sie beim nächsten Mal mit dabei sein.

Die kleine Hexe (Emma Müller) lernt die Seiten des Hexenbuchs vorwärts und rückwärts auswendig und hext, was das Zeug hält, um eine gute Hexe zu werden – immer dabei der Rabe Abraxas (Frauke Baldus)
Das lässt sich die kleine Hexe (Emma Müller) nicht zweimal sagen. Sie lernt das gesamte Hexenbuch vorwärts und rückwärts auswendig und hext, was das Zeug hält. Immer an ihrer Seite ihr Freund: der sprechende Rabe Abraxas. Dabei tut sie sehr viel Gutes: So wärmt sie die Füße des Maronimanns, hilft einem armen Mädchen seine Papierblumen zu verkaufen, lässt einen Schneemann zwei Lausejungs bestrafen und rettet den Ochsen Korbinian auf dem Schützenfest vor der Schlachtbank. Aber wird das ausreichen, um die Hexenprüfung zu bestehen?

Die kleine Hexe (Emma Müller) muss auf dem Jahrmarkt beim billigen Jakob (Theo Fleck) einen neuen Besen kaufen
Aufgeregt fliegt die kleine Hexe am Vorabend der Walpurgisnacht auf ihrem Besen zum Treffpunkt auf der Hornisgrinde. Ihre Kolleginnen, darunter auch ihre größte Gegnerin, die Muhme Rumpumpel (Maria Guerra), haben sich schon mit Schneckenfett und Fledermausspucke für das anstehende Fest herausgeputzt. Bestürzt muss die kleine Hexe dort feststellen, dass ihr ihre guten Taten negativ ausgelegt werden. Hexen sollen Böses tun! Jetzt heißt es, sich nicht unterkriegen zu lassen. Sie wird den alten Hexen einen Denkzettel verpassen, denn ihre Hexenkünste sind mächtiger als gedacht.

Die alten Hexen sind der kleinen Hexe (Emma Müller) nicht wohlgesonnen, sie stehen ihr drohend gegenüber.
„Die kleine Hexe stellt Fragen, widerspricht Erwartungen und entscheidet sich schließlich dafür, ihrem eigenen Gewissen zu vertrauen — selbst dann, wenn sie dafür ausgeschlossen wird. So handelt unser Stück von etwas Zeitlosem: vom Erwachsenwerden, vom eigenen moralischen Kompass — und davon, den Mut zu haben, ein guter Mensch zu bleiben. Denn Freundlichkeit ist keine Schwäche. Und manchmal braucht es nur einzelne, um eine festgefahrene Welt zu verändern“, fasst Frauke Baldus, die sich die Regie mit Maria Guerra teilt, die Aussage des Stückes zusammen.
Die Junge Bühne der Realschule zeigt in einer Besetzung von 70 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne den Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler aus dem Jahr 1957 in einer neuen Fassung, in der die Heimattage Oberkirch ebenfalls ihren Niederschlag finden – z. B. in Trachten, im Dialekt, Musikern beim Schützenfest usw.
Freilichtaufführungen sind am 16. Juli (Premiere ist ausverkauft), 19. und 26., jeweils 10.30; 24. und 25. 7., jeweils 19.00 Uhr; am 25. um 16.30; am 26. 7., 17.00 Uhr. Kartenvorverkauf: Bürgerbüro der Stadt Oberkirch Tel. 07802/82700, oder auf www.jungebuehne-oberkirch.de
Fotos und Text: Johanna Graupe